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Ostern

Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.

Du schenkst uns diese Gnadenzeit, gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf den Weg zurück, die deine Langmut irren sah.

Es kommt der Tag, dein Tag erscheint, da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist, der Tag, der uns mit dir versöhnt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit, lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns durch deine Gnade neu, dich preisen durch ein neues Lied.

(Hymnus des Stundengebets (Laudes) in der Österlichen Bußzeit)

An jedem Morgen in der Fastenzeit haben wir diesen Hymnus gesungen. Eigentlich könnten wir ihn auswendig singen, weil der Text sich täglich wiederholt. Aber wenn wir genau hinschauen, dann müssten wir doch eigentlich bei einer Strophe „hängenbleiben“:

Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.

Und nun ist der Tag gekommen – alles steht bereits seit etlichen Tagen in Blüte – neues Leben ist überall zu sehen. Auch in und an uns? Eigentlich ja, denn auch wir leben auf, wenn die Sonne sich zeigt, der Himmel in blau statt in grau ist. Und jede Blüte lässt unser Herz doch förmlich vor Freude springen, oder etwa nicht?

Ich möchte hier keine Predigt halten, aber für mich ist die Frühlingszeit eine Zeit des Aufatmens nach einer längeren Zeit mit eintönigem Grau und kahlen Bäumen (bis auf wenige, die immer grün sind). Aber wie ist das bei den Menschen, die keine vier Jahreszeiten kennen wie wir?

Für uns ist es kein Zufall, dass das Osterfest, die Auferstehung des Herrn, gerade in den Frühling fällt, da alles in der Natur zu neuem Leben erwacht. Das gibt uns allen doch die Zuversicht und die Hoffnung in unserem Leben bei allem Schweren und allem Leid, das in der ganzen Welt immer und immer wieder da ist. Auch wenn wir Tag für Tag das unsägliche Leid in der Welt durch die Medien vermittelt bekommen, und wir natürlich unsere Augen davor nicht verschließen können, so sollten wir dennoch als Christen die Hoffnung anderen Menschen vermitteln, die ohne Hoffnung sind.

Christus ist von den Toten erstanden und lebt! Und ER hat uns versprochen, bei uns zu sein bis ans Ende aller Zeiten. Vertrauen wir Ihm und seiner Zusage! Dann sind wir nicht allein!

Wir dürfen immer wieder mit den Jüngern von Emmaus (Evangelium des Ostermontags) Ihn darum bitten: „Herr, bleibe bei uns!“ Und ER wird da sein – da sein für jede(n) von uns!

Allen Menschen wünschen wir ein gesegnetes, frohes Osterfest,
den Frieden des Auferstandenen!
Auch wünschen wir Ihnen allen eine wahrhaft gnadenbringende Osterzeit!
Seien wir Menschen der Hoffnung und der österlichen Freude!

Im Gebet denken wir an alle Menschen, vor allem an die Kranken und Notleidenden überall.
(SAS)

Foto: © AS / Franziskanerinnen Salzkotten