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Festtag der Rehabilitation von Mutter M. Clara Pfänder

Nach der Forschungsarbeit, die Licht in die Finsternis gebracht hat, erkennt im Jahr 2018 der damalige Erzbischof Hans-Josef Becker von Paderborn das große Unrecht an, das Mutter M. Clara seitens der Kirche angetan wurde und erklärt bei seiner Ansprache während des Festgottesdienstes in Hohem Dom zu Paderborn am 18. Februar 2018, dass die Erzdiözese etwas gutzumachen habe; er segnet eine Büste und eine Gedenktafel in der Engelkapelle (Bild).

Zum Jahrestag dieses Festtages schreiben unsere Schwestern vom Generalat in Rom:

“Unsere Wege sind Geheimnisse der göttlichen Vorsehung, die uns nach ihrem Willen führt, auch wenn wir es nicht verstehen.”

(Mutter M. Clara Pfänder)

Liebe Schwestern und Koinonia Geschwister,

Am 18. Februar finden wir uns erneut vor dem Geheimnis der Wahrheit Gottes ein, die sich oft in Stille und Geduld offenbart, aber niemals aufhört, die Geschichte derer zu erleuchten, die ihr Vertrauen auf sie setzen. An diesem Tag der Gnade gedenken wir der Rehabilitierung von Mutter M. Clara und verweilen mit dankbarem Herzen bei ihrem Leben, ihrem Leiden und ihrer unerschütterlichen Treue.

Für uns ist dieser Moment nicht nur die Erinnerung an ein historisches Ereignis, sondern ein zutiefst geistlicher Akt. Er ist eine Einladung, die Geschichte unserer Kongregation mit vom Glauben geläuterten Augen neu zu lesen und das Wirken Gottes auch dort zu erkennen, wo der Weg von Prüfungen, Missverständnissen und Schmerz geprägt war. Die Rehabilitierung von Mutter M. Clara wird so zu einem Zeichen der Gerechtigkeit Gottes, die nicht ausbleibt, sondern zu seiner Zeit kommt – zur rechten Zeit.

Das Leben von Mutter M. Clara war geprägt von Gehorsam, völliger Hingabe und Vertrauen auf die göttliche Vorsehung. Sie liebte die Kirche ohne Vorbehalt und blieb der empfangenen Berufung treu, selbst dann, als diese Treue Schweigen, Rückzug und die Annahme des Kreuzes verlangte. In dieser Haltung erkennen wir das Antlitz Christi, demütig und gehorsam.

In ihrem Leiden suchte Mutter M. Clara nicht, sich zu rechtfertigen, sondern verwandelte die Prüfung in eine Opfergabe. Sie vereinte ihren Schmerz mit dem durchbohrten Herzen Jesu und dem schmerzerfüllten Herzen Mariens. So lebte sie eine tiefe Gemeinschaft mit dem Geheimnis der Erlösung.

Heute zeigt uns die wiederhergestellte Wahrheit, dass dieses stille Opfer nicht vergeblich war, sondern zum Samen des Lebens für unsere Kongregation und für die Welt geworden ist.

Wir sind eingeladen, auf die Vergangenheit nicht mit Urteil, sondern mit Mitgefühl zu blicken, aus ihr zu lernen und der Gnade zu erlauben, Wunden in Quellen der Einheit und Erneuerung zu verwandeln. Im Licht dieser Wahrheit sind wir gerufen, die Geschwisterlichkeit mit größerer Feinfühligkeit zu leben, den gegenseitigen Gehorsam zu pflegen und das empfangene Charisma lebendig zu bewahren.

Mutter M. Clara spricht auch heute noch zu uns aus ihrem gottvollen Schweigen. Sie ermutigt uns, im Gebet standhaft zu bleiben, uns von Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass der Herr die Schritte unserer Kongregation führt, auch wenn der Weg dunkel erscheint. Ihr Beispiel ruft uns zu einer reifen Treue auf, die nicht aus dem Wunsch nach Anerkennung lebt, sondern aus reiner Liebe zu Gott und zur uns anvertrauten Sendung.

An diesem Jahrestag erneuern wir unser Engagement, die franziskanische Berufung mit Freude zu leben – in Einfachheit, Armut und im Geist des Dienens. Wir wünschen uns, dass unser geweihtes Leben ein lebendiges Zeugnis der Liebe Gottes und ein Zeichen der Hoffnung und des Lichts für die heutige Welt sei, die so zerbrechlich und dürstend nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist.

Wir vertrauen unsere Kongregation der Fürsprache von Mutter M. Clara an und bitten darum, dass ihre Treue in uns weiterhin Mut, Einheit und Frieden hervorbringe.

Möge unser gemeinsamer Weg vom Licht der Wahrheit erhellt, vom Gebet getragen und von der Liebe Christi gestärkt sein.

Ein gesegnetes Fest!

Mit Dankbarkeit, Freude und Liebe

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