Mit großer Freude sind Schwester M. Angela Benoit und Schwester M. Johanna Harke, Franziskanerinnen aus Salzkotten, von einer dreiwöchigen Reise aus Malawi zurückgekehrt. Anlass der Reise war vor allem die feierliche Aufnahme von drei jungen Frauen in das Postulat der Gemeinschaft im neu errichteten Ausbildungshaus in Dowa.
Ordensausbildung

Die Aufnahme der Postulantinnen Rabecca Uwayisenga, Tiyamike Henerico und Naomi Yohane gilt als wichtiger Schritt beim Aufbau der neuen Ordensausbildung der Franziskanerinnen in Malawi. „Für alle Beteiligten war es ein sehr berührender Moment. Man konnte die Freude und auch Tränen der Ergriffenheit spüren und sehen“, berichtet Schwester M. Angela. Nach sechs Jahren Vorbereitung werde mit der Aufnahme nun sichtbar, dass sich die in den Aufbau der Ordensausbildung gesetzte Hoffnung erfülle.
Der feierliche Gottesdienst fand in der Kapelle des neuen Formationshauses statt und wurde von Gesängen in Englisch und in der Landessprache Chichewa sowie durch Prozessionen und Tänze geprägt. Als Zeichen ihrer Aufnahme erhielten die drei Frauen eine Marienmedaille. Anschließend wurde gemeinsam mit Schwestern, Priestern und Gästen gefeiert. „Die große Herzlichkeit und die lebendige Glaubensfreude der Menschen haben uns tief bewegt“, sagt Schwester M. Johanna.
Selbstversorgung
Das neue Ausbildungshaus, das erst kürzlich eröffnet wurde, bietet Raum für die wachsende Gemeinschaft. Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucherinnen von der Eigenversorgung des Hauses: „Im Garten wachsen bereits Mais, Gemüse, Süßkartoffeln und Bananen, ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Projekts“, berichten die Schwestern.
Neben der Postulatsaufnahme standen zahlreiche Begegnungen auf dem Programm, darunter ein Austausch mit dem Erzbischof von Lilongwe, George Desmond Tambala, sowie der Besuch in einer Schule für die erste bis achte Klasse in einem Dorf, die der Berater der Franziskanerinnen, Father Dr. Maximian Khisi, aufgebaut hat.
Außerdem besuchten die Schwestern Larissa Neumann, eine frühere Freiwillige der Franziskanerinnen, die aktuell als studierte Physiotherapeutin, im Krankenhaus in Madisi eine Physiotherapie aufbaut. „Es ist enorm, was dort bereits in kurzer Zeit von ihr aufgebaut wurde und was noch entstehen soll“, lobten die Schwestern.
Sie berichten zugleich von den schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen durch sehr stark gestiegene Lebensmittelpreise und einen von Armut geprägten Alltag in vielen Regionen des Landes.
Jahrespraktikum in Scharmede
Darüber hinaus besuchten die Schwestern die Familie von Mtisunge Honda, die aktuell über das „Süd-Nord-Programm weltwärts“ auf dem Vauß-Hof in Scharmede ein Jahrespraktikum macht. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und sammelt im Süd-Nord-Programm nun Erfahrungen in Deutschland. Ihr Bruder Griffin studiert in Malawi mit Unterstützung der Franziskanerinnen in einem Ingenieurstudiengang zum Master. Beide waren in der Schule der Franziskanerinnen in Madisi / Malawi und ihre weitere Ausbildung wurde mit Hilfe von Sponsoren ermöglicht.
Jubiläum mit großer Beteiligung
Ein weiterer freudiger Anlass während der Reise von Schwester M. Angela und Schwester M. Johanna waren die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Ordensjubiläum von Schwester M. Raynelda aus Indonesien, die seit 25 Jahren in Malawi wirkt. Rund 600 Gäste feierten den Gottesdienst und das anschließende Fest mit gemeinsamem Essen. Darunter auch Ute König, die deutsche Botschafterin in Malawi, die sich viel Zeit für die Teilnahme an der Feier nahm und ihre Wertschätzung für die Franziskanerinnen und die Jubilarin ausdrückte.
Hoffnung für die internationale Gemeinschaft
Für die Franziskanerinnen Salzkotten seien die Erfahrungen der Reise ein Zeichen der Hoffnung gewesen, sagen die Schwestern. „Wir erleben in Malawi eine junge, lebendige Kirche und Frauen, die nun aufrichtig ihren Weg der Nachfolge in unserer franziskanischen Gemeinschaft beschreiten wollen“, resümiert Schwester M. Angela. „Das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und Zuversicht für die Zukunft.“
Hintergrund
Postulat
Das Postulat ist der erste Schritt in der Ordensausbildung. Es ermöglicht ein näheres, wechselseitiges Kennenlernen und dient der Klärung der persönlichen Berufung und Eignung durch Mitleben, Unterricht und Begleitung.

Beitragsbild (obdn): Drei junge Frauen (Mitte) wurden als Postulantinnen bei den Franziskanerinnen in Dowa/Malawi aufgenommen. Im Bild von links: Schwester M. Angela Benoit (Provinzoberin aus Salzkotten), Schwester M. Yovita Manalu (Dowa/Malawi), die Postulantinnen Tiyamike Henerico, Rabecca Uwayisenga, Naomi Yohane, sowie Schwester M. Klara Lüers (Madisi/Malawi) und Schwester M. Susanne Schrammel (Dowa/Malawi). Foto: Franziskanerinnen Salzkotten
